Heute feiern wir den internationalen Frauentag – und damit die Erfolge, Beiträge und Perspektiven von Frauen in unserer Branche. Der internationale Frauentag erinnert uns aber auch daran, dass es auch noch Einiges für uns zu tun gibt. Denn nach wie vor sind Frauen im Baustoffhandel unterrepräsentiert. Das bedeutet, dass ein enormes Potenzial an Talenten für uns ungenutzt bleibt und viele Frauen spannende Karrieren in einer Branche voller Möglichkeiten verpassen. Bei der STARK Deutschland möchten wir dazu beitragen, dies zu ändern. Wir nehmen diesen Tag zum Anlass Frauen verstärkt Gehör zu verschaffen und greifen das Thema des weiterhin (zu) geringen Frauenanteils auf. Im Beitrag auf unserer Webseite berichten fünf STARKe Frauen aus Deutschland darüber, wie es ist, eine Karriere in der Baubranche aufzubauen und was ihren Job ausmacht. Sie erzählen von ihren Erfahrungen in einer von Männern geprägten Arbeitsumgebung und äußern ihre Erwartungen und Wünsche für die Zukunft.

Kathryn Howard-Berger

Teamleiterin Product Information Management

Was hat Sie in die Bau- und Baubranche gebracht?

In meiner Rolle begann ich bei STARK mit dem Ziel, ein bereits vorhandenes System zu aktualisieren und das volle Potenzial zu entfalten. Ich erkannte schnell, dass die Baubranche ein enormes Potenzial hat, neue Technologien einzusetzen, um Prozesse zu verbessern und Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Das hat meinen Wunsch gestärkt, in dieser herausfordernden, aber aufregenden Zeit für die Branche eine Rolle zu spielen.

Wie erleben Sie, dass es eine männerdominierte Branche ist?

Als Teamleiterin in der IT-Abteilung erlebe ich nicht nur eine von Männern dominierte Branche, sondern auch eine von Männern dominierte Abteilung. Obwohl ich oft die einzige Frau im Raum oder im Meeting bin, erlebe ich den Umgang stets respektvoll und fair. Meine Kollegen sind offen für unterschiedliche Perspektiven und begrüßen eine „weibliche“ Sichtweise. Ein deutliches Zeichen der männerdominierten Branche ist für mich die Führungsebene: Frauen sind dort weiterhin unterrepräsentiert. Umso wichtiger ist es zu verstehen, woran das liegt und wie Frauen in Führungspositionen gezielt gefördert werden können.

Was gefällt Ihnen besonders an der Baubranche?

Ob es neue Systeme oder ein neuer Wolkenkratzer sind, ist es immer eine große Erfüllung, etwas zu erleben, das man mitgeschaffen hat. Mir gefällt es an unserer Branche besonders, Teil von etwas zu sein, das das Leben anderer berührt.

Katja Severin

Niederlassungsleiterin Raab Karcher Berlin-Adlershof

Was hat Sie zur Bauindustrie gebracht?   

Während meines Fachabiturs für Wirtschaft benötigte ich ein Praktikum, mein damaliger Niederlassungsleiter wollte mich danach als Auszubildende übernehmen. Ich sagte ja und konnte sofort auf 2,5 Jahre verkürzen.

Während des Praktikums entwickelte sich großer Spaß an der Branche. Ich hielt mit meinem Auto nach Feierabend an Baustellen an und verfolgte das Geschehen.

Wie erleben Sie den Arbeitsalltag in einem überwiegend männlichen Umfeld? 

Als sehr angenehm. Ich empfinde Männer als unkompliziert, pragmatisch und zuverlässig. 

Wo sehen Sie besondere Stärken von Frauen in der Bauindustrie?

Wir sind verliebter im Detail und bringen vielleicht mehr Kreativität, Sorgfalt und Feingefühl in den Baustoffhandel mit.

Antonia Lange

Leiterin Logistikzentrum

Was hat Sie zur Bauindustrie gebracht?

Mein beruflicher Weg war nie auf eine bestimmte Branche festgelegt, sondern auf Verantwortung, Führung und Weiterentwicklung. Mich reizen Umfelder, in denen Entscheidungen spürbare Wirkung haben und Führung im Alltag sichtbar wird. Die Baustoffindustrie bietet genau das: ein anspruchsvolles, operatives Umfeld mit viel Gestaltungsspielraum und klarer Nähe zur Wertschöpfung im Vertrieb. Für mich war es der logische nächste Schritt, meine Erfahrung dort einzubringen, wo sie echten Unterschied macht.

Wie erleben Sie den Arbeitsalltag in einem überwiegend männlichen Umfeld?

Die Bau- und Logistikbranche ist noch immer stark männlich geprägt, vor allem in operativen und führenden Rollen. In meinem Arbeitsalltag erlebe ich jedoch: Wer klar kommuniziert, verlässlich handelt und Verantwortung übernimmt, wird unabhängig vom Geschlecht ernst genommen. Manchmal braucht es eine klare Haltung und Selbstvertrauen, doch Leistung spricht für sich. Ich schätze das direkte, pragmatische Miteinander und erlebe viel Offenheit, wenn Vertrauen einmal aufgebaut ist.

Wo sehen Sie besondere Stärken von Frauen in der Bauindustrie?

Frauen bringen häufig ein gutes Gespür für Menschen, Kommunikation und Zusammenarbeit mit. Sie verbinden Struktur und Analyse mit Empathie und behalten auch in herausfordernden Situationen den Überblick. Diese Kombination ist ein großer Mehrwert. Unterschiedliche Perspektiven machen Teams stärker und genau darin liegt eine große Chance für die Zukunft der Bauindustrie.

Ines Buss

Direktorin Vertriebssteuerung, STARK Deutschland

Was hat Sie zur Bauindustrie gebracht?

Als ich vor 16 Jahren als Finanzcontrollerin ins Berufsleben eingestiegen bin, wollte ich nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit greifbaren Produkten zu tun haben, die einen Einfluss auf unser tägliches Leben haben. Die Vielfalt der Baustoffe, die wir bei STARK bieten und die Diversität der Menschen, die in unserer Branche aufeinandertreffen, finde ich bis heute noch jeden Tag aufs Neue spannend.

Wie erleben Sie, dass es sich um eine männerdominierte Branche handelt?

Bei STARK Deutschland liegen wir mit einem Frauenanteil von 26 % zwar über dem Branchendurchschnitt, aber auch bei uns arbeiten zu wenige Frauen – vor allem in Führungspositionen. Ich kann mich sehr gut behaupten, aber auch das war ein Prozess. Ich wünsche mir mehr Kolleginnen, denn ich bin der Meinung, dass verschiedene Perspektiven bessere Ergebnisse hervorbringen und wir diese Entwicklung unbedingt beschleunigen müssen.

Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie, um die Diversität (in Bezug auf Frauen) im Bauwesen zu verbessern?

Wir müssen bei STARK Deutschland als Arbeitgeber für Frauen attraktiver werden. Weibliche Vorbilder können hierbei gerade für jüngere Frauen auch Perspektiven aufzeigen. Dabei ist es wichtig, Frauen zu ermutigen und zu bestärken, an sich selbst und ihre Fähigkeiten zu glauben, um sich Aufgaben zuzutrauen und auch Führung zu übernehmen.

Jasmin Sixl

Geschäftsleiterin Süd

Was hat Sie in die Baubranche gebracht?

Der Hausbau meiner Eltern, die damals bei Raab Karcher Kunden waren. Damals bin ich auf die Idee gekommen, im Baustoffhandel anzufangen. 

Wie erleben Sie, dass es sich um eine männerdominierte Branche handelt?

Die geringe Anzahl von Frauen und die zeitweise immer noch vorhandene Aufregung über die Einzelne. Im Handwerk gibt es bis heute nur wenige Frauen aus vielerlei Gründen.

Wo sehen Sie besondere Stärken von Frauen in der Bauindustrie?

Die Bauindustrie befindet sich aktuell in einer Phase großer Transformation. Gerade in solchen Zeiten sind vielfältige Perspektiven besonders wertvoll. Frauen bringen häufig eine Kombination aus analytischem Denken, hoher sozialer Kompetenz und Lösungsorientierung mit – Fähigkeiten, die in unserer Branche für Zusammenarbeit, Kundenbeziehungen und erfolgreiche Veränderungen entscheidend sind.

Gleichzeitig zeigt der internationale Frauenanteil von rund 10 % im Baustoffhandel, wie viel Potenzial noch ungenutzt ist. Jede Frau, die in diese Branche kommt, bringt neue Perspektiven ein – und genau diese Vielfalt brauchen wir, um die Zukunft der Bauindustrie erfolgreich zu gestalten.

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